Flausch-Märchen

Seit 1996 läuft nun schon unsere Flauschmärchenaktion.

Dank großzügiger Spenden der Gerberei Jüngst aus Netphen – Salchendorf und weiterer Spender konnten in den zurückliegenden Jahren weit über 700 Flausche in Form von Schaffellen, anfangs vorwiegend an Schwangere und Mütter mit Kleinkindern verschenkt werden.
Schon bald erweiterte sich der Kreis um Kinder, die von Familienkrisen; insbesondere Trennung der Eltern betroffen waren/sind und um arme, vereinsamte ältere Menschen oft in Trauerphasen nach dem Verlust des Partners oder bei Pflegebedürftigkeit.
In allen Fällen gilt, dass wir die Situation der Betroffenen damit nicht grundsätzlich verändern können. Es geht uns dabei ganz einfach darum, die Menschen in ihren Nöten nicht allein zu lassen, und ihnen ein Zeichen der Anteilnahme zu geben.
Eine unserer Mitarbeiter/innen vor Ort, Frau Ursula Hoberg aus Morsbach, hat uns vor Jahren mit ihrem Beitrag einen Einblick in ihre schöne Erfahrung geschenkt: Jeden Nachmittag sieht sie den Mann am Straßenrand. Er könnte sicher ein warmes Fell brauchen. Seit einigen Jahren ist er an den Rollstuhl gefesselt und steht am Nachmittag bei jedem Wetter draußen, um seine behinderte Tochter vom Bus abzuholen.
Eines Tages fuhr ich dann mit dem Fell zu dieser Familie und übergab es und das dazugehörige Flauschmärchen. Der ältere Mann sagte gar nichts, seine Augen glänzten…
Seine Frau dagegen überschlug sich fast mit Reden und Gesten. Sie lief und holte die Geldbörse und wollte mir das Fell bezahlen. Denn dieses Fell, wie sie sagte, war doch neu und was „Neues“ verschenkt man doch nicht!
Es war einfach rührend, wie die beiden Ältern sich freuten. Aber warum bin ich nicht viel früher
darauf gekommen, dieser Familie etwas Wärmendes zu bringen?